Frau M. 38 Jahre, Angestellte, mit Hauptdiagnose Lendenwirbelsäulen-Syndrom
Bildgebend ergab sich ein leicht "verdrehtes" Kreuzbein mit einer Lordose (Hohlkreuz).
Neurologische Untersuchungen ergaben keine weiteren Hinweise, auch die Blutwerte waren in Ordnung bis auf einen minimal erhöhten Cholesterinwert. Die Patientin klagte besonders über Rückenschmerzen im LWS Bereich. Weitere Anamnesepunkte waren ein Beklemmungsgefühl im oberen Rücken, ein manchmal auftretendes Völlegefühl, sporadisch auftretende Kopfschmerzen im rechten Kopfbereich und häufige Schlafstörungen.
Irisdiagnostisch ergab sich eine konstitutionelle Leberschwäche, eine Übersäuerung, eine
Bindegewebsschwäche, Verschlackungen des Darmes und eine Sympathikusbetonung mit neurogener Grundkonstitution was eine Neigung zu geistiger Überforderung mit sich bringt.
Weiter ergab die osteopatische Untersuchung eine Blockierung der Lendenwirbel (L3,L4), ISG- Gelenke und der oberen Brustwirbelsäule (TH7, TH8). Bei dem Palpieren (=Abtasten) der Organe war ein Druckgefühl in der Lebergegend zu ertasten, was schmerzempfindlich war.
Der Darm hingegen war etwas atonisch (Schlaff).
Labordiagnostisch wurde durch einen ganzheitlichen Bluttest der Befund untermauert (Leberbelastung, Darmbelastung usw.).
Schulmedizinische Bluttests geben Auskunft über die Quantität, der ganzheitliche Bluttest zeigt die qualitative Lage an. Meiner Ansicht nach sind beide Werte wichtig.
Das erste Rezept:
da die Ernährung bei ihr mehr im sauren Bereich war, empfahl ich ihr basenüberschüssige Lebensmittel um die irisdiagnostisch festgestellte Übersäuerung auszugleichen.
Hepatik- ein heilkräftiges Lebermittel, das die Leber entgiftet und regeneriert.
Lycopodium D12 als Konstitutionsmittel.
Mutaflor- ein Probiotikum, das die Darmflora wieder herstellen, da die überschüssigen Darmtoxine ursächlich die Leber belasten.
Thohelur- ein ausgewogenes Mineralpräparat, das bindegewebsstärkend wirkt.
Behandlung 1-4:
in den ersten Sitzungen wurden die Blockierungen im ISG-Gelenk und der Lendenwirbelsäule gelöst, da dieser Abschnitt das Fundament der Wirbelsäule ist, der ins Fließgleichgewicht gebracht werden muss um weitere Blockaden zu lösen. Des weiteren wurde eine Haltungskorrektur durchgeführt, um das Hohlkreuz auszugleichen.
In den ersten zwei Sitzungen berichtete die Patientin, dass das Völlegefühl etwas zugenommen hatte, was als erste Heilreaktion zu werten war, da Leber und Darm momentan auf Hochtouren entgifteten. Naturheilkundlich nennt man so eine Heilreaktion progressive Vikariation ( positive Umwandlung) von einer schlechteren Gesundheitsphase (Depositionsphase) in die nächst bessere Phase (Reaktionsphase).
Nach der fünften Sitzung berichtete die Patientin, dass das Völlegefühl und die Schmerzen im unteren Rücken wesentlich besser seien. Danach wanderte das Haupteinflussgebiet zur Brustwirbelsäule, was sich im Moment etwas deutlicher bemerkbar machte. Durch die positiven Änderungen der Statik im Lendenwirbelsäulebereich, was dem Organismus eine "Eingewöhnungszeit" abverlangt. Konsequenterweise wurde die Behandlung dort fortgesetzt.
Die Beschwerden in der Brustwirbelsäule wurden früher durch die statischen Verhältnisse im unteren Rücken negativ beeinflusst, sie waren dadurch leicht zu beeinflussen. Die Patientin äußerte nach der zweiten Behandlung an der Brustwirbelsäule Beschwerdenfreiheit, auch die Kopfschmerzen seien nicht mehr vorhanden ( die Kopfschmerzen standen im Zusammenhang von Statik der Wirbelsäule und Leber/Darmbelastung).
Das zweite Rezept:
Dystologes- reguliert den übersteigerten Sympathikus, der sich auf den Schlaf negativ einwirkt, reguliert, harmonisiert das Nervensystem.
Zwischenzeitlich wurden neue Blutuntersuchungen gemacht, die in Ordnung waren. Die letzten Behandlungen richteten sich auf die Harmonisierung des Nervensystems.
Die Patientin öffnete sich von Behandlung zu Behandlung immer mehr. Wir fanden gemeinsam heraus, dass die Schlafstörungen psychosomatisch überlagert waren. Auf ihrem Arbeitsplatz gab es Spannungen. Ihr Wunsch war freiberuflich zu arbeiten und dort zu kündigen. Dieser Gedanke wurde durch eine allgemeine Belastung immer wieder verdrängt, sodass die "Tretmühle" des Alltags weiter ging. Sie konnte sich nach einiger Zeit bewusst machen, dass hinter den Schlafstörungen angstvolle Gedanken steckten: wird sie morgen wieder von den Kollegen verbal angegriffen? Wie soll sie darauf reagieren? Wenn sie kündigt, wie wird ihre Zukunftsperspektive sein? Durch die Bewusstwerdung ihrer Problematik konnte sie wieder ihre Prioritäten erkennen, was ihr im Leben wirklich wichtig ist.
Nach insgesamt zwölf Behandlungen war sie beschwerdenfrei.
Wichtige Anmerkung
Der Grad dieses Erfolges variiert - wie in allen Therapieformen - und hängt von zahlreichen Faktoren ab. Im o.a. Fall handelte es sich ausschließlich um funktionelle Störungen. Es bestanden keine akuten Verletzungen, Entzündungen oder ernste Erkrankungen. Den entscheidenden Anteil am Behandlungserfolg hatte aber die positive Einstellung der Patientin sich selbst gegenüber.
Als Therapeut kann ich lediglich Impulse geben und nicht als "Macher" mit der "mach mich mal gesund" Mentalität dastehen. Der wesentliche Heilungsprozess findet im Patienten, dem eigentlichen "Macher" statt.